Nichts

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Durch Copyright Ansprüche der SCO hat das Wort "Nichts" eine ganz neue Bedeutung erlangt:

Im Verfahren um ganz bestimmt unrechtmäßig aus System V nach Linux transferierten, SCO gehörenden Quellgedanken der ersten Stunde durch IBM, SGI, Novell, AutoZone, Chrysler und dem Rest der Welt hat die SCO Group nun endlich den lange gesuchten Beweis gefunden, der ein Verschulden der Welt und ganz besonders von Linux beweist. (Amen!)

So sollen nach einer Meldung des Newsdienstes CNix Rechte an dem in System V präsentierten Programm /bin/true, den wesentlichen Konstrukt sogenannter Endlos-Schleifen, einer Erfindung von SCO, geltend gemacht worden sein. (Amen!)

Die Dimension der Ansprüche erweitert sich damit ins Grenzenlose, denn wie Heise Forumsticker gleich ausführt, bezieht sich das Copyright an dem Programm /bin/true auf die Essenz von Nichts und damit Allem. (Amen!)

Den Nachweise seiner erweiterten Forderungen auf das Copyright von »Nichts«, »Gar Nichts« und »Überhaupt Nie & Nimmer Was« führt der zum Weltgott erhobene Darl McBride anhand eines vollständigen, ungekürzten Programm-Listings aus, das dem Heise Forumsticker zugespielt wurde:


   #!/sbin/sh
   #Tag 3840
   # Copyright fuer alle Zeit bei SCO's Herrn DarlMcBreit
   # Alle Vorbehalte Rechtens
   #
   # Copyright (c) 1984, 1986, 1987, 1988, 1989 AT&T
   # All Rights Reserved
   #
   # THIS IS UNPUBLISHED PROPRIETARY SOURCE CODE OF AT&T
   # The copyright notice above does not evidence any
   # actual or intended publication of such source code.
   #ident "@(#)true:true.sh 1.4"
   #ident "$Revision: 1.6 $"

Listing 1: Das corpus delicti »/bin/true«

Experten bewerten das Copyright nach näherer Untersuchung mit Röntgenaugen und Lichtorgel als eindeutig AT&T zuzuordnen und zwar nach neuesten Erkenntnissen »mit grösster Wahrscheinlich- keit aus dem Jahre 1984, 1986, 1987, 1988 und 1989«. Danach seien wohl dem Copyright zufolge die Rechte unwiderruflich an den Herrn (SCO) übergegangen so die Experten weiter. (Amen!)

Interessant ist nun, was durch das Copyright in dieser Datei geschützt wird, umfaßt es doch »Nichts«, nicht einmal eine einzige Zeile und daher »Alles«, denn Alles bedingt ja das Nichts, wie schon Aristarch feststellte. Ohne Nichts wäre Alles Nichts, daher muß Alles aus dem Nichts erscheinen, sobald Nichts mehr da ist, deswegen steht nun Alles Nichts unter Copyright und Nicht Alles darf daher kopiert werden.

Derzeit arbeiten 243 Anwälte bei SCO an der Überprüfung des Rechtsanspruchs des Copyrights für »Nichts«, »Nichts Besonderes«, »Nichts Wichtiges« und »Nichts Nennenswertes« auf andere Bereiche der IT, die ohne den in Linux aus SCO geklauten Code niemals hätten existieren können, z.B. den Heise Forumsticker. Im Heise Forumsticker posten jeden Tag viele lustige Leute ziemlich viel »Nichts Wichtiges« und »Nichts Besonderes«, das alles unter das Copyright von System V's »Nichts« fallen könnte, so McBreit. Der Richter konnte das Nichts nachvollziehen, stellte das Verfahren, in dem es bewiesenermassen im Grunde um Nichts ging, ein und fuhr in's verlängerte Wochenende.

Somit dürfte der Fall SCO vs. Linux endlich zu einem Abschluß gekommen sein.

Der Sprecher von IBM sicherte zu, dass man in Zukunft Nichts unter die OpenSource-Lizenz stelle und somit Nichts nicht mehr geklaut werden müsse, um es in Linux kopieren zu dürfen.

SGI benutzte schon immer sein eigenes Nichts, um das man drumherumfliegen kann.

Daimler-Chrysler meinte, sie hätten schon 7 Jahre nichts mehr von SCO in ihren Rechnern laufen und haben sofort nach Bekanntwerden der Klagen dieses geschützte Nichts durch das freie Linux ersetzt.

AutoZone meinte, mit SCO hätten sie Nichts verkauft, mit Linux bekäme der Kunde nun endlich was.

Der Richter erinnert sich an Nichts ganz gut, aber wusste schon am folgenden Montag, als er um eine Stellungnahme gebeten wurde, nicht mehr, worum es eigentlich ging.

Darl McBreit kündigte seinen Job als Weltherrscher, Gott und Ideengeber bei SCO. Nach eigener Auskunft plant er den ersten Privatflug zum Mars, wo er Support für HP-Drucker leisten will, die er mal in nem Werbespot dort gesehen hat. Er erhofft sich Lizenzzahlungen in Millionenhöhe, da die dort oben in rauhen Massen Nichts haben und auch bestimmt SCO noch nicht kennen. Ausserdem will er prüfen, ob die NASA geklauten Code aus SCO-Unix einsetzt.

Ungeklärt bleibt, was mit dem Koffer voll Beweisen geschah, mit dem SCO durch Deutschland fuhr und der bekanntermaßen Nichts enthielt.

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'Persönliche Werkzeuge